Affirmationen Emotionen Inneres Kind Spiritualität

#18 Aggressive Zwangsgedanken: Fluch oder Segen?

Was aggressive Zwangsgedanken sind und welche Hilfen es gibt, kannst Du in meinen vorangegangenen Artikeln lesen:

Aggressive Zwangsgedanken: Das Monster in meinem Kopf.

Aggressive Zwangsgedanken: Hilfe für Betroffene.

Doch wie ist es möglich, in diesem Fluch einen Segen zu sehen? Um das verständlich zu machen, teile ich meine persönlichen Erkenntnisse mit dir.

Mein Point of Change

Als ich anfing täglich zu meditieren, kam ich in Kontakt mit meinem inneren Kind

Das war für mich der erste Segen, den mir die Zwangsgedanken brachten. Ohne diese Erkrankung, hätte ich vermutlich bis heute nicht entdeckt, welch kleines, hilfsbedürftiges und gleichzeitig wundervolle Wesen in mir schon so lange darauf gewartet hat, von mir wahrgenommen zu werden.

Mein inneres Kind war mehr tot als lebendig, fast ertrunken. Ich musste es an Land ziehen und es war zu dem Zeitpunkt nicht klar, ob es überleben würde.

Als mir bewusst wurde, dass dieses erschöpfte und geschundene Wesen ich selbst bin, meine verletzte Kinderseele, veränderte sich alles für mich.

Ich gab mir damals selbst ein Versprechen in Form einer Affirmation:

Ich verspreche dir, dich nie wieder im Stich zu lassen.

Es tut mir leid,
dass ich mich all die Jahre nicht um dich gekümmert habe.
Es tut mir leid, dich so lange nicht gehört, gesehen
und wahrgenommen zu haben.
Es tut mir leid, dass ich dich fast sterben ließ.

Bitte verzeih mir.

Ich werde von nun an immer an deiner Seite sein
und auf dich Acht geben.

Du musst nie wieder Angst haben,
denn jetzt bin ich da um dich zu beschützen.

Und dieses Versprechen habe ich bis heute nicht gebrochen.

Mein inneres Kind durfte langsam wieder zu Kräften kommen, wurde von Tag zu Tag stärker und ist heute wieder voller Lebensfreude, Vertrauen und Heiterkeit.

Dieses Geschenk, mich selbst wahrzunehmen, zu sehen und mir eine Stimme zu geben, war der erste Segen für mich.

Endlich konnte ich mir selbst das Mitgefühl, die Liebe, den Schutz und die Geborgenheit schenken, nach denen ich mich mein Leben lang sehnte.

Der zweite Segen

Über die Meditation fand ich darüber hinaus Zugang zu einer ganz anderen Welt. Sie schlummerte schon lange in mir und wartete bereits ihr ganzes Leben lang darauf, von mir entdeckt, befreit und gelebt zu werden: meine Spiritualität.

Ich wusste schon immer tief in meinem Inneren, dass es noch mehr da draußen gibt, als wir uns vorstellen können. Etwas größeres. Etwas, das uns führt und beschützt auf unserem Weg. Aufgrund meiner hochsensiblen Veranlagung spürte ich bereits als kleines Kind viele Energien und nahm Dinge wahr, die andere nicht spüren konnten.

Nie hatte ich mich dieser Welt wirklich voll und ganz geöffnet. Doch meine Zwangsgedanken brachten mich an den Punkt, dem was ich spürte nachzugehen. Mein Leidensdruck war so groß, dass ich alle Widerstände in mir auf- und die Kontrolle abgab. Ich ließ los. Ich ließ geschehen, was auch immer geschehen sollte. Ich stellte mich meinem Ängsten.

Und das war der zweite Punkt meiner Erkrankung, der alles veränderte. Den Zugang zu einer höheren Macht zu finden, die Verbindung und die Liebe zwischen Himmel und Erde wahrzunehmen.

Ich habe aufgrund meiner Kindheit in einer Sekte viele Jahre das Thema Gott abgelehnt. Gott war für mich negativ besetzt und ich wollte und konnte nicht mehr daran glauben. Zu groß war die Angst und die Erinnerung daran, was ich einst erlebt hatte.

Doch was ich nun fand, war weitaus größer und schöner als alles, was ich mir vorstellen konnte. Ich habe keinen strafenden oder richtenden Gott gefunden. Ich würde es noch nicht einmal als Gott beschreiben. Zumindest nicht als Gott im herkömmlichen Verständnis. Ich fand etwas Göttliches. Ich spürte eine göttliche Energie die voller Wohlwollen, Mitgefühl und Liebe ist. Ich spürte zum ersten Mal in meinem Leben, dass ich Teil von etwas größerem bin und wir alle Teil einer größeren Ordnung sind. Ich spürte, dass wir alle miteinander verbunden sind.

Dieses Geschenk ist für mich ein so großer Segen. Durch meine Zwangsgedanken habe ich Zugang zu meiner eigenen Spiritualität gefunden und erlaube sie mir nun auch zu leben. Umso mehr ich mich mit meiner Spiritualität befasse, umso stärker ist das Vertrauen in alles, was ist. Und umso mehr darf meine Angst heilen.

Ein Vertrauen, das mich immer wieder spüren lässt:

  • Alles ist gut, so wie es ist.
  • Alles hat einen tieferen Sinn.
  • Und nur weil ich es im Moment vielleicht noch nicht verstehe, heißt es nicht, dass es keinen tieferen Sinn gibt.
  • Ich vertraue darauf, dass Alles für etwas gut ist.
  • Ich bin geführt, geleitet und immer beschützt.

Ein weiterer Segen

Die Feststellung, dass ich immer dann aggressive Zwangsgedanken bekomme, wenn ich meine eigenen Grenzen nicht wahre, ist ein weiteres Geschenk.

Wann treten meine Zwangsgedanken auf?

  • Wenn ich Ja sage, obwohl ich in Wahrheit Nein meine.
  • Wenn ich wütend bin, aber die Wut herunterschlucke um lieb, brav und nett zu sein.
  • Wenn mich etwas verletzt, aus meinem Mund aber nur ein „ist schon ok“ kommt.
  • Wenn ich eine Grenze in mir überschreite oder sie von außen überschritten wird.
  • Wenn ich jemanden in meinem emotionalen Garten herumtrampeln lasse und mich nicht dagegen wehre.
  • Wenn ich mich nicht für mich selbst einsetze oder mich beschütze.
  • Wenn ich ungerechte Behandlungen widerstandslos über mich ergehen lasse.
  • Wenn ich nicht klar und deutlich Nein, Stop oder ich will das nicht sage.

Diese Erkenntnis ist für mich ein Geschenk und verwandelt den Fluch in einen weiteren Segen.

Denn wann immer mir jetzt ein aggressiver Zwangsgedanke in meinen Kopf kommt weiß ich genau, dass ich offensichtlich nicht gut auf mich selbst geachtet habe.

Das gibt mir die Macht zurück, etwas verändern zu können. Plötzlich bin ich nicht mehr wehrloses Opfer meiner Gedanken, sondern kann sie aktiv durch mein Verhalten beeinflussen!

Mithilfe der Zwangsgedanken ist es mir möglich festzustellen, ob ich meine eigenen Bedürfnisse wahrnehme und stille, oder nicht.

Als ich anfing, mich selbst zu lieben

Dadurch habe ich die nötigen Konsequenzen gezogen, die ich sonst vermutlich nicht gezogen hätte.

  • Ich löste mich aus destruktiven Beziehungen.
  • Sagte immer öfter klar und deutlich meine Meinung.
  • Ich fand den Mut, wütend zu sein und meiner Wut auch Ausdruck zu verleihen.
  • Ich fing an Ja zu sagen, wenn ich Ja meinte.
  • Ich sagte Nein, wenn ich Nein meinte.
  • Ich sagte Stop, wenn jemand meine Grenzen überschritt.
  • Und ich hörte auf Dinge zu tun, die ich nicht tun wollte.
  • Ich fing an, mich selbst in Schutz zu nehmen, gut für mich zu sorgen und meine eigenen Bedürfnisse zu befriedigen.

Deswegen ist der Fluch meiner aggressiven Zwangsgedanken in Wahrheit mein größter Segen: Sie haben mich gelehrt, mich selbst zu lieben.

Ich habe meine Gedankenwelt von Grund auf verändert, meine Weichen neu gestellt und lebe heute ein angstfreies Leben ohne aggressive Zwangsgedanken.

In der psychosomatischen Klinik gab es damals eine Vorstellungsrunde für die Neuankömmlinge. Ich erinnere mich wie ich noch völlig unter Schock und in tiefer Trauer folgenden Satz sagte:

Nichts in meinem Leben ist mehr so wie es vorher einmal war.
Alles hat sich verändert.

Als ich entlassen wurde gab es eine Abschiedsrunde. Und ich verließ die Klinik voller Stolz mit folgenden Worten:

Nichts in meinem Leben ist mehr so wie es vorher einmal war.
Alles hat sich verändert.
Und das ist auch gut so.

Ich habe es geschafft, den Fluch der Zwangsgedanken in meinen ganz persönlichen Segen zu verwandeln.

Und wenn ich das geschafft habe, dann kannst du das auch.

Wähle die Bewertung deiner Erkrankung neu und bedanke dich, wenn sich ein aggressiver Zwangsgedanke bemerkbar macht. Denn in Wahrheit sind sie unsere Freunde. Unsere kleinen Helferlein, die uns den Weg zur Heilung und zur Selbstliebe zeigen.

Alles was Du tun musst ist wieder anzufangen, auf deine innere Stimme zu hören, dich selbst wahrzunehmen und zu lieben.

Wenn du anfängst, deine Zwangsgedanken als gute Freunde dankbar zu begrüßen und bereit bist, die nötigen Schritte zu gehen, wird sich auch dein Fluch schon bald in einen Segen verwandeln.

Heilung beginnt, wenn die Liebe in dir erwacht.
Alles Liebe für dich.

Cora von der Heyden

Bitte scheu dich nicht, Hilfe zu holen, wenn du selbst betroffen bist oder jemanden kennst, der an einer Zwangserkrankung leidet. Es gibt nichts, für das du dich schämen müsstest. Und es gibt nichts, das es zu befürchten gibt. Du kannst mir gerne eine E-Mail schreiben oder mich über mein Praxistelefon unter Tel.: 08374 – 5891775 kontaktieren.

Ich freue mich auf dein Feedback in den Kommentaren und tausche mich gerne mit dir auf Instagram und/oder Facebook aus.

Foto: Mathias Wild

Erhalte mein GRATIS E-Book Ganz❊Einfach❊Sein
Ich bin damit einverstanden, dass meine persönlichen Daten übertragen werden an MailChimp ( more information )
Lass dich von mir inspirieren, melde dich für den ❊Universal Flow Letter❊ an, erhalte als Willkommens-Geschenk mein GRATIS E-Book und lerne, wie du in 5 Schritten dein Leben zum Positiven verändern kannst.
Mit deinem Eintrag bekommst du 1x wöchentlich meinen Universal Flow Letter mit Beiträgen rund um die Themen Körper, Geist & Seele, Inneres Kind, Spiritualität und ab und an einen Hinweis zu meinen Angeboten. Du kannst deine Einwilligung zum Empfang der E-Mails jederzeit widerrufen. Dazu befindet sich am Ende jeder E-Mail ein Abmelde-Link. Mehr Informationen erhältst du in meiner Datenschutzerklärung.

0 Kommentare zu “#18 Aggressive Zwangsgedanken: Fluch oder Segen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

GRATIS E-Book
Ganz❊Einfach❊Sein

Lass dich von mir inspirieren.
Erhalte für deine Anmeldung zum

❊Universal Flow Letter❊

als Willkommens-Geschenk mein GRATIS E-Book und lerne, wie du in 5 Schritten dein Leben zum Positiven verändern kannst.

 

Hier kannst du dich anmelden.