Emotionen Inneres Kind

#30 Das Innere Kind – was ist das?

Hilflosigkeit, Ohnmacht, Wut, Angst, Schuld, Scham, Trauer, Enttäuschung, Ungerechtigkeit, Unverständnis. Ich bin ganz allein, keiner liebt mich, immer muss ich alles selber machen und keiner hilft mir, ich bin zu klein, zu dick, zu hässlich, zu doof, nicht gut genug, getrennt von der Welt, verloren, überfordert und wünsche mir, jemand kommt und rettet mich.

Kennst du Emotionen und Empfindungen dieser Art? Sie wurzeln tief in unserer Vergangenheit, in unserer Kindheit und begleiten uns meist ein Leben lang – es sei denn, wir befördern sie in unser Bewusstsein, denn dort können wir sie transformieren und heilen.

Emotionen der Kindheit

Wir alle sind mit einer bunten Palette an Basisemotionen ausgerüstet. Dazu gehören Angst, Freude, Überraschung, Trauer, Wut, Ekel und Verachtung. Aus deren Mischung setzen sich andere Gefühle wie Neid, Eifersucht, Scham, Schuld oder Geltungsdrang zusammen. HIER kannst du mehr über deine Basisemotionen lesen.

Das Problem ist nur, dass die meisten von uns in der Kindheit nicht gelernt haben, adäquat mit ihren Emotionen umzugehen. Die meisten Eltern sind hilflos und wissen selbst nicht, was sie tun können, wenn ihr Kind Angst hat, wütend ist oder sich verachtet fühlt. Beziehungsweise ist es oftmals schwierig als Elternteil festzustellen, welche Emotion im Kind gerade darum fleht, wahrgenommen zu werden.

Hinter diesen Emotionen stehen Bedürfnisse. Angst drückt das Bedürfniss nach Sicherheit, Schutz und Geborgenheit aus. Hinter der Wut steht das Bedürfniss, gesehen, wahrgenommen und gehört zu werden. Hinter der Trauer steht der tiefe Wunsch nach Trost und Liebe.

Kindheitserfahrungen

Viele von uns hatten eine schöne Kindheit. Bei anderen ist sie von traumatischen Erfahrungen geprägt. Letztendlich spielt es keine Rolle. Denn wir alle waren als Kinder, emotional gesehen, ähnlichen Situationen ausgesetzt.

Das liegt nicht daran, dass wir schlechte Eltern hatten oder nicht geliebt wurden. Wir können die besten Eltern der Welt gehabt haben, und dennoch werden wir in uns diese Empfindungen abgespeichert haben. Wir fühlten uns nicht richtig verstanden, nicht wahrgenommen, hilflos und nicht genügend geliebt. Denn mal ganz ehrlich: wurden wirklich alle deine emotionalen Bedürfnisse in der Kindheit gestillt? Wurden wirklich alle deine Emotionen erkannt, wahrgenommen und wurde auf Elternebene entsprechend darauf reagiert, wie du es gebraucht und es dir gewünscht hättest?

Immer wenn wir uns heute im Erwachsenenalter nicht verstanden, klein, ängstlich, hilflos, nicht wahrgenommen, ungerecht behandelt, überfordert und nicht geliebt fühlen, dann ist unser Inneres Kind aktiv und durchlebt immer wieder die selben Empfindungen aus der Kindheit. Das Empfinden eines ungestillten Bedürfnisses, eines Mangels.

Kindliche Empfindungen

Kommen dir diese Situationen bekannt vor?

  • Du sagst lange nichts, aber irgendwann platzt dir der Kragen und der ganze angestaute Frust in dir bahnt sich seinen Weg nach außen?
  • Du wirst von deinem Partner enttäuscht und fühlst dich im Stich gelassen, hast das Gefühl, dass deine Welt zusammenbricht und du ohne den Anderen nicht sein kannst?
  • Du bist mutig und zeigst dich der Welt, hast aber gleichzeitig Angst, ausgelacht, gedemütigt oder kritisiert zu werden?
  • Du gibst alles, versuchst es so gut zu machen, wie du nur kannst und hast dennoch das Gefühl, es ist nie genug?

Die Liste an Beispielen ließe sich bis ins Unendliche fortführen. Jeder von uns kennt seine eigenen tiefsten Empfindungen und weiß um den Schmerz, die Trauer, die Angst, die Scham oder die Wut, die in einem selbst verborgen liegen.

Das alles ist dein Inneres Kind. Immer wenn du diesen alten Schmerz spürst, der dich schon dein Leben lang begleitet, wenn die Angst, die dir so vertraut ist wieder da ist, kannst du dir ziemlich sicher sein, dass es in Wahrheit dein Inneres Kind ist, dass sich bemerkbar macht.

Es bittet und fleht darum, gehört, gesehen und wahrgenommen zu werden. Als Kind hätte es Trost, Unterstützung und Liebe von Seiten der Eltern gebraucht. Doch was tun, jetzt wo du erwachsen bist?

Sei dir selbst Mutter und Vater

Das Problem ist, wir haben als Kinder nie gelernt mit unseren Emotionen umzugehen. Wie kann ich mich selbst beschützen, wenn ich Angst habe? Wie kann ich mich selbst trösten, wenn ich verletzt und traurig bin? Wie überwinde ich mein Schamgefühl und lenke meine Wutenergie in positive Bahnen?

In den meisten Fällen war da niemand, der ausnahmslos alle unsere kindlichen, emotionalen Bedürfnisse gehört, gesehen, wahrgenommen und auch ausreichend befriedigt hat. Das ist kein Grund, um wütend oder enttäuscht zu sein. Denn unsere Eltern haben ihren Job so gut gemacht, wie sie nur konnten. Sie haben stets ihr Bestes gegeben. Aber es liegt nunmal in der menschlichen Natur, dass wir alle unvollkommen sind und ein jeder von uns seine eigenen Themen hat. Selbst wenn du die fürsorglichsten und liebevollsten Eltern der Welt hast, können sie dennoch niemals alle deine Bedürfnisse auf allen Ebenen stillen.

Deswegen ist der erste und wichtigeste Schritt, um mit deinen Emotionen umgehen zu lernen und deine inneren Verletzungen zu heilen: erlaube dir, deine Emotionen zu fühlen und sie wahrzunehmen. Denn nur wenn du dir darüber bewusst wirst, welche Emotionen und dahinter verborgene Bedürfnisse rufen, kannst du sie auch befriedigen. HIER kannst du mehr über das Thema Emotionen erfahren.

Dein Inneres Kind ist dein treuester Freund. Es begleitet dich und wird nicht müde, den Trost, die Anerkennung oder den Schutz einzufordern, den es damals gebraucht und sich gewünscht hätte. Nur mit dem kleinen Unterschied, dass Du heute selbst erwachsen bist und in der Verantwortung bist, dir selbst die Mutter und der Vater zu sein, die du brauchst und dir wünschst.

Wie kann ich Kontakt zu meinem Inneren Kind aufnehmen?
Wie kann ich mir selbst Mutter und Vater sein?
Wie kann ich mein Inneres Kind befreien und heilen?

Wenn dein Inneres Kind neugierig geworden ist und gerne mehr erfahren möchte, dann darfst du dich freuen. Denn alle diese Themen werden in meinen nächsten Blogartikeln rund um das Thema „Inneres Kind“ ausführlich behandelt. Wie sich dein Inneres Kind bemerkbar macht, erfährst du bereits HIER in meinem nächsten Artikel.

Ich schicke deinem Inneren Kind viel Liebe. Denn du hast es verdient, geliebt zu werden.

HIER kannst du noch mehr über meine Arbeit mit dem Inneren Kind in meiner Heilpraxis erfahren.

Heilung beginnt, wenn die Liebe in dir erwacht.
Alles Liebe für dich.

Cora von der Heyden

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Foto: Mathias Wild

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