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#34 Vatertag – Zeit Danke zu sagen

Heute ist Donnerstag. Das heißt heute ist Blogtag. Heute ist aber gleichzeitig auch Vatertag. Was wäre also naheliegender, als über die Beziehung zu meinem Vater zu schreiben?

Mein Vater hat seit vielen Jahren keinen Kontakt zu mir. Aufgrund seiner Sektenzugehörigkeit erlauben es ihm sein Gewissen und seine Sektenführer nicht, mit mir zu kommunizieren. Meine Entscheidung, die ich im Jugendalter getroffen habe, mich von dieser Sekte abzuwenden, war gleichzeitig die Entscheidung für meinen Vater, mich nicht länger als Tochter anzusehen.

Lange Zeit meines Lebens war ich deswegen traurig, wütend und verstand die Welt nicht mehr. Ich vermisste meinen Vater schmerzlich.

Wer verstehen kann, kann auch lieben

Als ich vor einigen Jahren meine Meditationspraxis intensivierte geschahen wundervolle Dinge in meinem Inneren. Ich durfte dank der Meditation viele Dinge verstehen, wahrnehmen und heilen. Ich verstand, dass die Entscheidung meines Vaters, nichts damit zu tun hat, dass er mich nicht liebt. Ganz im Gegenteil.

In den Augen meines Vaters ist sein Verhalten ein Akt der Liebe. Gemäß seiner Weltsicht wird Gott in Kürze auf der Welt eingreifen und alle Menschen vernichten, die nicht dieser Sekte angehören. Und das einzige Druckmittel, um mich dazu zu bewegen, wieder Teil dieser Sekte zu werden ist für meinen Vater, mir die Liebe zu entziehen und den Kontakt zu mir komplett abzubrechen. Dies tut er aus seinem Bewusstsein heraus in der Hoffnung, mich zu retten.

Ich habe eine komplett andere Weltsicht. Die religiösen Ansichten meines Vaters eines strafenden Gottes decken sich in keinster Weise mit meinem Bewusstsein einer universellen Energie, die aus reiner Liebe besteht. Für mich ist Gott Liebe. Nichts weiter.

Und genau das ist das Schöne an der Liebe. Sie liebt einfach. Ohne Erwartung. Ohne Bedingung. Ohne wenn und aber. Die Liebe versteht, ist mitfühlend, vergibt und ist großherzig.

Als ich verstand, warum mein Vater sich so verhält und begann, die für mich schmerzliche Situation durch die Augen der Liebe zu betrachten, empfand ich ein tiefes Gefühl von inneren Frieden, Verständnis, Mitgefühl und Liebe mir selbst und meinem Vater gegenüber.

Mein Vater und ich haben zwar in der Realität keinen Kontakt, aber auf Herzensebene bin ich eng mit ihm verbunden und kann ihm all meine Liebe von Herz zu Herz senden und seine Liebe empfangen. Das Bewusstsein der Liebe heilt meine Wunden und mildert das schmerzliche Gefühl der Trennung.

Schöne Erinnerungen

Ich sitze als kleines Mädchen auf dem Schoß meines Vaters. Er hält mich in seinen Armen, blickt mich voller Liebe an und nennt mich „sein Mäuschen“. Es ist nur ein kurzer Moment gewesen, ein paar wenige Augenblicke und dennoch haben sie sich bis heute in mein Gedächtnis eingebrannt. Dieser eine Moment war für mich ein vollkommener Augenblick der Geborgenheit, Nähe und Liebe.

Manchmal reicht ein einziger Augenblick der Liebe, um dich durch den Rest des Lebens zu tragen.

Immer wenn ich in ein Gefühl des Mangels gerate, mich nicht geliebt fühle oder wieder den Schmerz der Trennung wahrnehme, erinnere ich mich ganz bewusst an diesen einen Moment. Diese liebevolle Verbindung zwischen mir und meinem Vater besteht bis heute auf Herzensebene. Alles was ich dafür tun muss ist, mein Herz zu öffnen, mir selbst zu erlauben die Liebe wahrzunehmen und zu lieben.

Mein Vater war für mich als Kind so vieles – mein Idol, mein Held, mein Vorbild. Heute kann ich den Menschen dahinter sehen. Die Enttäuschung über den Beziehungsverlust öffnete mir die Augen für die eigene Zerbrechlickeit meines Vaters, seine Ängste, sein eigenes Bedürfnis nach Sicherheit, Geborgenheit und Liebe. Wie könnte ich mit diesem Menschen kein Mitgefühl haben und ihn nicht lieben?

Aus meiner Enttäuschung, Wut und Trauer wurde eine wahrhaftige Liebe, die versteht, dankbar ist und ganz einfach nur bedingungslos liebt.

Dankbarkeit als Schlüssel zum Glück

Dankbarkeit ist ein mächtiges Tool, um Frieden in sich selbst zu finden und Liebe im Herzen zu spüren.

Gerade in Zeiten des inneren Mangelempfindens und dem schmerzvollen Erleben des Getrenntsein ist es wertvoll, sich ganz bewusst in die Dankbarkeit zu begeben. Und nicht nur ich, sondern wir alle haben allen Grund unseren Vätern dankbar zu sein. Ohne sie wären wir nicht hier. Ohne sie wären wir nicht am Leben. Ohne sie, könnten wir die Wunder der Erde nicht erfahren. Und das ist für mich mehr als Grund genug, dankbar zu sein und tiefe Liebe zu empfinden.

Eine einfache Übung für dich

Nimm dir 15 Minuten Zeit und schreibe all die schönen Kindheitserfahrungen auf, die du mit deinem Vater verbindest. Und mögen diese Augenblicke auch noch so kurz gewesen sein. Spüre noch einmal hinein, wie du dich damals gefühlt hast. Inhaliere dieses Gefühl und spüre die Dankbarkeit und Liebe in deinem Herzen, diesen Moment in deiner Kindheit erlebt haben zu dürfen. Schreibe all die Dinge auf, für die du deinem Vater dankbar bist.

Und wenn dir partout gar nichts einfallen sollte oder du deinen Vater vielleicht nicht kennst und deswegen keine Erinnerungen an ihn haben kannst, werde dir dennoch darüber bewusst, dass dein Vater einen nicht ganz unwesentlichen Teil dazu beigetragen hat, dass du das Licht der Welt erblickt hast.

Und dafür können wir alle von Herzen dankbar sein.

Ich danke allen Vätern der Welt und ganz besonders dir, Papa. Ich liebe dich.

GANZ EINFACH SEIN.
Heilung beginnt, wenn die Liebe in dir erwacht.
Alles Liebe für dich.

Cora von der Heyden

Wie ist deine Beziehung zu deinem Vater? Wofür bist du dankbar? Was möchte in eurer Vater-Kind-Beziehung noch geheilt werden? Was ist deine schönste Kindheitserinnerung mit deinem Vater?

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Foto: Bild von Evgeni Tcherkasski auf Pixabay

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